Bilder Libyen: Méharée Taharhouri und Akakus Süd
Fotos Sabine Chavannes – 10.2007
Programm Kameltrekking Akakus
Die Teezeremonie
Die Teezeremonie findet sich weltweit in fast allen Kulturen. Sie ist ein Zeichen von Gastfreundschaft, Respekt und Gemeinschaft. In der Sahara finden wir die Teezeremonie in ausgeprägter Form bei den Nomaden und in der Berberkultur.
Die Teezeremonie braucht Zeit! Dreimal wird Tee zubereitet, immer mit demselben Teekraut.
Los geht’s: Wir sind zum Tee eingeladen. Alle setzen sich gemeinsam in eine Runde ums Feuer. Einer der Anwesenden ist zuständig für die Zubereitung des Tees. In der Regel ist es ein Mann, ausser es handelt sich um eine reine Frauenrunde.
Alles Benötigte wird auf einem Tuch fein säuberlich aufgestellt: Teekanne, Gläser, Teekraut, Zucker, ein Becher zum Umschütten.
Zuerst wird das Teekraut gewaschen. In der Regel ist es Gunpowder-Tee. Wasser wird erhitzt und in die dickbauchige, eher kleine Kanne mit dem Teekraut gegossen. Die Kanne wird auf die Glut gestellt und man hört den Tee vor sich hinköcheln. Nach einer Weile wird reichlich Zucker hinzugefügt. Etwas später beginnt das Hin- und Herschütten des Tees von der Kanne in den Becher und zurück, immer aus einer grossen Höhe, damit sich Schaum bildet. Das ist ganz wichtig! Der Zeremonienmeister testet immer mal wieder, ob die Stärke des Tees und die Menge des Zuckers stimmen. Wenn alles Ok ist, wird der Tee in kleine Teegläser gegossen. Jeder der Anwesenden bekommt ein Glas. Das ist die erste Runde: Dieser Tee ist herb und bitter und symbolisiert den Ernst des Lebens. In kleinen Schlucken wird der Tee genossen.
Anschliessend wird die Kanne wieder mit heissem Wasser gefüllt und der Tee köchelt erneut vor sich hin. Nach einer Weile wird Zucker hinzugefügt, geköchelt und probiert. Dann beginnt wieder das Hin- und Herschütten, bis ein schöner Schaum entsteht. Nun werden die Teegläser erneut gefüllt. Das ist die zweite Runde: Dieser Tee ist angenehm im Geschmack und er ist süss wie die Liebe.
Bald wird die Kanne erneut mit heissem Wasser gefüllt, der Tee köchelt vor sich hin. Zucker wird hinzugefügt und hin- und hergegossen. Wenn der Geschmack stimmt und sich genug Schaum gebildet hat, werden die Teegläschen gefüllt. Wir sind bei der dritten Runde: Dieser Tee ist mild, leicht und sanft wie der Tod. Er symbolisiert das Ende des Lebens.
Wenn die Gläser ausgetrunken sind, stehen alle auf und gehen wieder ihres Weges. Bis bald, Inch Allah.
indigo reisen – Kameltrekkings und Wüstenreisen in der Sahara
indigoreisen@bluewin.ch
(+41) 079 318 68 68